Schwiegermütter machen dickSchwiegermütter machen dick – Roman


 

Die Autorin Jutta Reinert hat schon viele Seufzer über schlimme Schwiegermütter gehört, bevor sie dieses Buch schrieb:


Julia Ehrenfeld, erst siebzehn Jahre jung, wird schwanger und heiratet ihre große Liebe Nils Ehrenfeld. Von ihrer Schwiegermutter, der sie >> nicht gut genug << ist, wird sie ständig mit Boshaftigkeiten attackiert. Darüber wird sie seelisch krank und gerät in einen Teufelskreis seelischer Verwirrungen. Tabletten und Esssucht bestimmen ihr Leben. Sie wird immer dicker und entflieht in eine Traumwelt. Erst durch eine einfühlsame Therapie und dank der liebevollen Unterstützung ihrer Familie gelingt es ihr, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. 

Ein Roman mit autobiografischen Zügen über Leid und Selbstzerstörung, aber auch über Hoffnung und Hilfe. Als ihr Buch “Schwiegermütter machen dick” veröffentlicht 

wurde, kam es für Jutta Reinert zum Eklat mit den eigenen Schwiegereltern, die sich im Text des Buches offensichtlich an einigen stellen wiedererkannten.

In einem anonymen Schreiben wurde ihr mitgeteilt: “Die Rache kommt. Ich vernichte deine ganze Familie.” Den Absender erkannte sie, als ihr die Schwiegereltern daraufhin verbieten wollten, den Roman mit autobiografischen Zügen weiter zu verbreiten. Darauf ließ sich Jutta Reinert aber nicht ein: “Für mich war das Buch eine Art Therapie, und ich kann es auch anderen Frauen empfehlen.” Ihr Mann Dag unterstützt sie dabei: “Vergiss meine Eltern, die wollen nicht verstehen, dass wir zusammengehören.”


Roman”Schwiegermütter machen dick”

  • Titel: Schwiegermütter machen dick
  • ISBN:978-1-7309-2699-0
  • Taschenbuch (12,5 x 19,0 cm)
  • Softcover
  • 90g/m² cremeweiß, matt
  • schwarz/weiß
  • 233 Seiten
  • Einzelpreis 9,99 Euro
 

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Roman “Schwiegermütter machen dick”

An einem Abend hatten sie es sich gerade gemütlich gemacht, als es an der Haustür klingelte. Julia traute ihren Augen nicht, denn Nils Eltern standen unangemeldet vor der Tür. Ihr Herz fing an zu rasen und sie vergaß vor lauter Überraschung, ihre Schwiegereltern hereinzubitten.

„Ja, was ist denn nun?”, sprach Frau Ehrenfeld, „sollen wir hier anwachsen, oder gibst du die Tür endlich frei?”

Julia trat mechanisch zur Seite und Frau Ehrenfeld rauschte an ihr vorbei.

Noch bevor sie ihren Sohn begrüßte, schaute sie unaufgefordert in jeden Raum. „Ein ganz schöner Abstieg, mein Sohn, aber das war ja zu erwarten.”

Nils ging auf diese Bosheit nicht ein, sondern bot seinen Eltern Platz und etwas zu trinken an. Julia war in ihrem Sessel ganz klein geworden, sie traute sich kaum die Augen zu heben und gestand sich ein, Angst vor Nils Eltern zu haben. Überdeutlich zeigten sie ihr aber auch, dass sie mit ihr nicht einverstanden waren. Herr Ehrenfeld richtete noch mal ab und an das Wort an Julia, aber Frau Ehrenfeld überging sie völlig.

Bevor sie wieder gingen, sagte Frau Ehrenfeld: „Vater und ich haben beschlossen, euch ab sofort an jedem ersten Sonntag im Monat zu besuchen.

Wir kommen gegen Mittag und bleiben bis zum Abend. Richtet euch darauf ein.”

Julia wartete auf Nils Protest, aber der sagte nichts, sondern nickte nur mit dem Kopf. Er war ein ganz anderer Mensch, wenn seine Eltern in seiner Nähe waren.

Nachdem die Eltern gegangen waren, stellte Julia Nils ganz vorsichtig die Frage, ob seine Eltern jetzt wirklich immer an den Sonntagen kommen würden. „Ja, das werden sie bestimmt”, sagte Nils gereizt, „ist dagegen etwas einzuwenden? Deine Eltern kommen doch auch.”

Julia schreckte zusammen, diesen Ton war sie von Nils nicht gewohnt.

„Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn deine Eltern kommen, aber nach so starren Vorgaben?

Wir können doch auch mal was anderes an einem Sonntag vorhaben.”

„Daran wirst du dich gewöhnen müssen, bei meinen Eltern wird immer alles geplant und nichts dem Zufall überlassen. Seit Jahren kommen meine Großeltern an zwei Sonntagen im Monat zu meinen Eltern. Daran ist nie etwas geändert worden. Nun sei nicht albern, in meiner Familie geht es eben nicht so frei zu wie bei euch zu Hause. Bei uns herrschen andere Maßstäbe und ein bisschen Ordnung hat noch niemandem geschadet.”

Eine eigenartige Spannung war plötzlich im Raum, die Julia frösteln ließ.

„Warum sprichst du so mit mir?”, fragte sie mit weinerlicher Stimme, „ich habe nichts gegen deine Eltern, aber sie mögen mich nicht. Und wenn du möchtest, dass sie an jedem ersten Sonntag im Monat kommen, werde ich mich danach richten.”

Nils war aufgestanden, hinter sie getreten und begann leicht ihren Nacken zu massieren. „Ist ja wieder gut. Entschuldige bitte, dass ich dich so angefahren habe. Meine Eltern erzeugen ständig so eine schreckliche Atmosphäre, da werde ich immer ganz nervös.”

„Das habe ich gemerkt, schrecklich, wenn du mich so anfährst. Ich will mich doch mit deinen Eltern verstehen und ich verspreche dir, ich gebe mir ganz viel Mühe, deine Eltern für mich zu gewinnen.”

Der erste Krach, der in der Luft lag, war noch einmal an ihnen vorüber gegangen.

Zwei Tage später musste Nils wieder nach München zurück. Julia stand auf der Straße und winkte traurig seinem Auto hinter her.

In ihrer Wohnung fühlte sie sich plötzlich ganz verloren. Sie kam sich schrecklich alleingelassen vor. In ihrem ganzen Leben war sie noch nie richtig allein gewesen, immer war jemand da. Großmutter Gretchen, Dörthe oder wenigstens der kleine Jan.

Sie schaute sich in ihrer Wohnung um. Es hatte sich nichts verändert, seit Nils die Wohnung verlassen hatte. Aber irgendwie wirkte sie auf Julia jetzt kalt und einsam.

Sie machte langsam Ordnung, hob die Sachen, die noch von Nils dalagen, auf und drückte ihr Gesicht hinein. Es war Nils blauer Pulli, den er immer so gerne trug. Als Julia daran schnupperte, konnte sie den herben Geruch seines Rasierwassers riechen.

Jetzt überkam sie fast ein Gefühl von Panik, denn ganz langsam kroch eine leichte Angst in ihr hoch.

Ich will nicht allein sein, dachte sie und sehnte sich in die Geborgenheit ihres Elternhauses zurück.

Das Telefon klingelte in ihre Gedanken hinein. In den letzten Tagen war immer Nils ans Telefon gegangen, jetzt musste sie selber den Hörer abheben.

Es war ihr noch ein wenig unangenehm, sich mit ihrem neuen Namen zu melden. Sie hatte sich noch nicht daran gewöhnt und sie mochte diesen Namen auch nicht besonders, erinnerte er doch sehr an Nils Mutter.

Als sie jetzt den Hörer aufnahm, flüsterte sie den Namen ‚Ehrenfeld’ in den Hörer. „Wer ist dort?”, fragte die barsche Stimme ihrer Schwiegermutter.

„Ich bin es, Julia”, antwortete Julia kleinlaut.

„Warum sprichst du denn so leise? Du hast doch sonst so eine starke, metallene Stimme. Versuchst du jetzt eine gleich feine Stimme zu bekommen, wie ich sie habe?”

„Nein, ich war nur gerade in Gedanken.”

„Wann ist denn dein Urlaub zu Ende?” „Noch diese Woche, dann fange ich wieder an zu arbeiten.” „Ich will wissen, ob du meinen Sohn auch ein anständiges Frühstück gemacht hast, bevor er nach München aufgebrochen ist. Ich hoffe, du hast ihm auch Proviant mitgegeben.”

„Ja, habe ich, machen sie sich bitte keine Sorgen.” Das ‚Sie’ war Julia einfach so über die Lippen gekommen. Noch war ihr die Schwiegermutter so fremd, dass sie sich schlecht daran gewöhnen konnte, sie zu duzen.

„Ich werde in den nächsten Tagen mal bei dir vorbeikommen und bitte dich, mich bis dahin dann wieder zu duzen. Was sollen denn die Leute denken, wenn du deine Schwiegermutter mit ‚Sie’ ansprichst?” Der Abschiedsgruß fiel von beiden Seiten sehr mäßig aus.

Die hat mir gerade noch gefehlt, dachte Julia, und räumte die Wohnung ganz in Gedanken weiter auf. Als auch das letzte Stück wieder ordentlich an seinem Platz stand und die Wohnung blitzte und glänzte, waren kaum zwei Stunden vergangen. Julia kam sich überflüssig vor und beschloss, sich in den Bus zu setzen und in ihr Elternhaus zu fahren.

Gleich ging es ihr seelisch besser. Allein der Gedanke, wieder in die Geborgenheit ihres Elternhauses zurückzukehren, versetzte sie in Hochstimmung.

Ihre Mutter kam ihr mit traurigem Blick entgegen. „Es ist gut, dass du kommst, es geht Omi sehr schlecht, wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Wie geht es dir denn, mein Kind? Man kann dir deine Schwangerschaft ja immer noch nicht ansehen. Ich bin gespannt, wann dein Bauch anfängt zu wachsen.”

„Nils meinte auch schon, es wäre wohl kein Kind in meinem Bauch”, lachte Julia. „Aber der Doktor sagt, wenn sich das Baby dreht, könne der Bauch ganz plötzlich da sein. Es sei alles in Ordnung.”

Großmutter Gretchen war nur noch ein Schatten ihrer selbst. Julia setzte sich vorsichtig zu ihr ans Bett. Geistig war ihre Omi noch völlig da, aber ihr Körper verweigerte immer mehr seinen Dienst.

„Julia”, sagte Omi ganz leise, „schön, dass du hier bist. Ich habe nur noch wenig Zeit. Pass gut auf dich und dein Baby auf. Ich habe dich sehr lieb, aber ich muss dich nun allein lassen. Schade, dein Baby hätte ich so gern noch gesehen.” Sie schloss erschöpft die Augen. Julia beugte sich zu ihr und küsste sie ganz zart auf die Wange. Ein leichtes Lächeln erschien auf Großmutter Gretchens Gesicht.


 

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