Am Ende steht ein neuer Anfang / Roman


 

Nach den RomanenSchwiegermütter machen dick“ und „Mama, ab heute heißt du Oma“, schließt Jutta Reinert die Trilogie einer deutschen Familie mit dem Roman – Am Ende steht ein neuer Anfang – vorläufig ab.


Julia Ehrenfeld sollte es jetzt eigentlich gut gehen. Nachdem sie die andauernde Krise mit ihre Schwiegermutter überwinden konnte und die Erfahrungen, schon so jung Oma zu sein, endlich positiv verarbeitet hat, da wird ihr neues Glück mit den Enkelkindern und ihre noch immer große Liebe zu Ehemann Nils von einem schweren Schicksalsschlag getroffen.

Ihr geliebter Mann erkrankt ganz plötzlich an Krebs. Schon bald müssen alle den Ernst der schweren Krankheit erkennen. Julia versucht alles, ihrem Nils die Krankheit zu erleichtern, ihm Mut zu machen, besonders als sie erfährt, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Nach dem Tod ihres Mannes hat Julia keinen Lebensmut mehr. Sie erhält einen Brief von Nils, den er kurz vor seinem Tod geschrieben hat:

„Ich wünsche mir, dass Du noch viele Jahre glücklich leben wirst. Bitte denke daran, auch wenn Du im Moment glaubst es kann nicht weitergehen, so ist es nicht. An jedem Ende steht auch ein neuer Anfang …“

Eine Geschichte, wie sie sich überall und in jeder Familie abspielen kann. Eine furchtbare Situation in jeder funktionierenden Partnerschaft, an die man nicht denkt, solange man selbst nicht betroffen ist. Wie wird eine Frau damit fertig, wenn der Mann von heute auf morgen unheilbar an Krebs erkrankt? Was kommt auf die Witwe zu? Wie soll das Leben weitergehen?

In dem Roman – Am Ende steht ein neuer Anfang – finden sich bei genauer Betrachtung der entstehenden Situationen Antworten, obwohl es sich um keinen Ratgeber handelt. Er macht Betroffenen Mut und weckt Hoffnung, das Leben auch weiterhin lebenswert zu erachten.  

“Dazu Jutta Reinert: „Dieser Roman ist nicht nur eine Lektüre für Frauen …”


 

“Am Ende steht ein neuer Anfang” – Roman

Am Ende steht ein neuer Anfang
  • Titel: Am Ende steht ein neuer Anfang
  • ISBN:978-1-7311-8150-3
  • Taschenbuch (12,5 x 19,0 cm)
  • Softcover
  • 90g/m² cremeweiß, matt
  • schwarz/weiß
  • 246 Seiten
  • Einzelpreis 9,99 Euro
 

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Roman “Am Ende steht ein neuer Anfang”

„Liebling, komm bitte zu mir, ich möchte mit dir sprechen.“

Sie schluckte die Tränen, die sich in ihrer Kehle stauten herunter und setzte sich zu ihm.

Behutsam nahm er ihre Hand. Er war heute erstaunlich wach und seine Augen nicht ganz so trübe wie in den letzten Tagen. „Ich möchte dir danken für die unendliche Liebe und Geduld, die du mir geschenkt hast. Oft habe ich gesagt, meine Frau ist wie ein Sechser im Lotto. Du bist viel mehr für mich. Wenn ich jetzt sterbe, darfst du dich nicht in deiner Trauer vergraben. Denk an die große Liebe, die uns verbindet, an die vielen schönen Jahre, die wir zusammen mit unserem Sohn verlebt haben. Und selbst die schrecklichen Dinge, die meine Mutter dir angetan hat, hatten etwas Positives. Sie haben uns gezeigt, wie groß unser Gefühl füreinander ist. So groß, dass auch die größten Gemeinheiten nicht in der Lage waren, uns auseinanderzubringen.“

Er konnte nicht weiter sprechen, seine Stimme versagte ihm, die Luft war knapp.

Sie streichelte zärtlich sein durch die Krankheit stark verändertes Gesicht. Doch seine Augen waren die Gleichen. Sie sahen Julia voller Wärme und Liebe an, so wie sie es kannte.

„Du brauchst nichts zu sagen, ich war mir deiner Liebe immer bewusst, selbst in der Zeit, in der ich so schlecht mit mir und meinem Leben zurechtkam und vor dem Alter Angst hatte. Du warst für mich da, wenn ich dich brauchte und dafür danke ich dir.“

„Es wird nicht mehr lange dauern, dann bin ich nicht mehr bei dir. Trotzdem werden wir durch unser Gefühl immer miteinander verbunden sein. Vom Himmel herunter wache ich über dich, damit es dir gut geht.“

Julia lächelte bei diesen Worten. Nils hatte einen ganz festen Glauben. Für ihn war klar, irgendwann würden sie sich im Himmel wieder treffen. Sie selbst glaubte nicht so fest an Gott. Obwohl sie sich manchmal wünschte, auch an diese Dinge glauben zu können.

„Uns kann niemand trennen, da hast du Recht, auch der Tod nicht. In meinen Gedanken und in denen der Kinder wirst du weiter leben, so wie meine Großmutter Gretchen.“

„Versprich mir, kein Schwarz an meiner Beerdigung zu tragen, die Farbe steht dir nicht. Sie ist zu traurig für meine fröhliche Frau.“

„Nils, ich verstehe dich nicht, du planst über deinen Tod hinaus. Macht es dir nichts aus zu sterben?“

„Aber mein Liebling, natürlich macht es mir etwas aus. Ich möchte so gerne zusammen mit dir und den Kindern leben. Aber ich wehre mich nicht mehr. Die Schmerzen werden immer schlimmer und durch die Medikamente bin ich ständig benebelt. Mein Körper ist verbraucht. Ich habe vor dem Tod keine Angst. Mein Leben war durch dich und die Kinder ausgefüllt. Ich möchte nur noch in Würde sterben und die schrecklichen Schmerzen loswerden.

Bitte, Julia, lass nicht zu, dass man mich in ein Krankenhaus bringt und dort mein Leben künstlich verlängert wird. Ich spüre, mein Leben ist zu Ende.“

„Du kommst in kein Krankenhaus, das habe ich mit Doktor Klüver schon abgesprochen, du bleibst bei mir. Ich werde es nicht zulassen, das verspreche ich dir.“

„Danke meine Prinzessin“, hauchte er und schlief ein.

Bis zum frühen Abend, als der Arzt kam, um ihn zu versorgen und ihm seine Schmerzmittel zu geben, wachte er nicht auf. Bei der Verabschiedung sagte der Doktor an der Tür zu Julia: „Es wird nicht mehr lange dauern. Rufen sie mich zu jeder Zeit an. Wir geben ihrem Mann dann so viel Schmerzmittel, damit er nicht leiden muss. Morgen früh bin ich zur gewohnten Zeit wieder hier. Auf Wiedersehen, Frau Ehrenfeld, und eine gesegnete Weihnacht.“

„Danke, ihnen auch, lieber Doktor.“

‚Gesegnete Weihnacht, der Doc ist gut’, dachte sie‚ wo ist dieses Fest gesegnet?’

Der Heiligabend verlief ganz ruhig und friedlich. Nils war relativ schmerzfrei und wie schon am Nachmittag recht ausgeglichen. Sie tauschten kleine Geschenke aus, spielten mit den Kindern und selbst Nils aß ein wenig von dem Hühnerfrikassee, das Julia zubereitet hatte.

Kai-Ole hatte eine CD mit Weihnachtsliedern mitgebracht und am Vortag extra noch einen CD-Player gekauft. So konnten sie Weihnachtslieder hören und zum Teil auch mitsingen.

Nach zwei Stunden bat Nils darum, ihn ins Bett zu bringen. Gemeinsam trugen sie ihn die beiden Stufen zu den Schlafzimmern hinauf.

Mit Unterstützung ihres Sohnes wusch Julia ihn und bettete ihn in frische Bettwäsche. Miriam spielte derweil mit den Kindern. Obwohl Nils leicht wie eine Feder war und nur noch aus Haut und Knochen bestand, war Julia nach dieser Arbeit ziemlich erschöpft. Ihrem Mann zeigte sie dennoch ein freundliches Gesicht. Er sollte niemals das Gefühl haben, für sie eine Last zu sein.

Nils schlief schon fast, als er noch hauchte: „Ich liebe dich, meine Prinzessin, vergiss das nicht.“

Kai-Ole drückte seine Mutter ganz fest in den Arm und versuchte, ihr durch seine Nähe Trost zu spenden.

Als auch die Enkelkinder im Bett waren, saßen sie noch zusammen und sprachen über die vergangenen Weihnachten, als Nils noch gesund war. Sie dachten daran, wie sehr er Wert darauf gelegt hatte, alles ganz geheimnisvoll zu machen. Und sie lachten und erfreuten sich daran, wie schön Nils die Feste immer gefunden hatte.

In der Nacht war Julia extrem unruhig, ein eigenartiges Gefühl nahm sie gefangen. Sie konnte nicht beschreiben, was sie fühlte, sie wusste nur, es würde etwas passieren.

Früh am Morgen stand sie auf. Es war ihr achtundvierzigster Geburtstag. Im Bad schaute sie in den Spiegel. Sie blickte in das Gesicht einer traurigen Frau, deren Augen jeden Glanz verloren hatten. Die Haut war grau, die Haare stumpf.

Sie duschte ausgiebig, föhnte sich die Haare und legte nur wenig Make-up auf. Ein Hauch Lippenstift auf die Lippen und schon wirkte ihr Gesicht frischer und jugendlicher.

Angezogen mit einem schicken Kleid ging sie zurück in ihr Schlafzimmer, setzte sich an Nils Bett und ergriff seine Hand. Sie wollte ihm nah sein, denn sie spürte, lange würde sie seine Nähe nicht mehr genießen können.

Nur kurz öffneten sich seine Augen. „Alles Liebe zu deinem Geburtstag.“ Seine Stimme war so schwach, Julia konnte ihn kaum verstehen. „Es tut so weh, hilf mir bitte“, flehte er.

Julia sprang auf und rannte zum Telefon.

„Doktor, mein Mann hat so starke Schmerzen. Noch nie hat er mich um Hilfe gebeten, weil er seine Schmerzen nicht ertragen konnte.“

Es dauerte kaum fünf Minuten, da stand Dr. Klüver vor der Tür. Er gab ihm die erlösende Spritze, Nils Schmerzen ließen nach. „Er ist ein sehr starker Mann. Seine Schmerzen müssen manchmal höllisch sein, aber er beklagt sich nie. Ich glaube, er will sie schonen.“

„Das hat er sein ganzes Leben lang für mich getan. Er war immer für mich da. Wie lange wird er sich noch so quälen müssen?“

„Ich glaube nicht mehr lange. Bis nachher, Frau Ehrenfeld.“ Inzwischen waren auch ihre Kinder aufgestanden und halfen, Nils frisch zu machen.

Noch einmal schlug er die Augen auf und flüsterte: „Ihr seid mein ganzes Glück.“

Diese Worte waren die letzten, die er sprach. Er wachte an ihrem Geburtstag nicht noch einmal wieder auf.


“Am Ende steht ein neuer Anfang” – Roman

Am Ende steht ein neuer Anfang
  • Titel: Am Ende steht ein neuer Anfang
  • ISBN:978-1-7311-8150-3
  • Taschenbuch (12,5 x 19,0 cm)
  • Softcover
  • 90g/m² cremeweiß, matt
  • schwarz/weiß
  • 246 Seiten
  • Einzelpreis 9,99 Euro
 

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